Konfirmandenabschluss mal anders

Zum Jugendgottesdienst wurden die Konfirmanden des Jahres 2014 aus dem Kirchenbezirk Dresden im Kreis der Jugend begrüßt. Außerdem wurden drei Jugendleiter verabschiedet.

Bisher war es üblich, dass sich die Konfirmanden des Bezirks Dresden mit ihren Familien zu einem separaten Konfirmandenabschluss trafen. In diesem Jahr aber nicht: Die sechs Konfirmanden waren mit ihren Eltern zum Jugendgottesdienst nach Meißen eingeladen. Dort standen sie und ihre bevorstehende Konfirmation im Mittelpunkt. Für diesen Gottesdienst dienten die Bibelverse Markus 10, 48.49 als Grundlage:

„Und viele fuhren ihn an, er solle stillschweigen. Er aber schrie noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner!
Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf! Er ruft dich!“

Im Bibelwort wird die Situation beschrieben, in der eine bei Jesus versammelte Menschenmenge einen am Rande sitzenden Bettler zum Schweigen bringen wollte. Der Dienstleiter, Bezirksältester Detlef Hartlapp, verglich diese Situation mit einigen Situationen im Lebensalltag. Dabei spielte die Frage, wie wir und die Menschen unterwegs sind, eine zentrale Rolle. Oft bewegen wir uns alle nur mit Vollgas fort, den Blick stets stur nach vorne gerichtet. Wir setzen Blinker, um zügig vorbeizukommen. Dabei kann es uns passieren, dass wir Menschen am Rande übersehen und ihnen nicht die nötige Wertschätzung entgegenbringen. Die, die am Rande sind, haben einfach Pech... Aber auch wenn das der Trend unserer Zeit ist, sollten wir mal auf die Bremse treten und uns dem Anderen, Hilfsbedürftigen zuwenden. Das bringt Wertschätzung zum Ausdruck. Auch Jesus blieb stehen und wendete sich dem Bettler zu.

Zerlegt man das Wort Wertschätzung in zwei Teile, entsteht WERT und SCHATZ. Für Wert steht die Nächstenliebe, denn der andere ist auch genauso viel wert wie ich. Für Schatz steht jede einzelne Seele, denn diese ist viel bedeutender als alle Schätze der Welt. Dabei unterstrich der Bezirksälteste, dass auch die neuen Jugendlichen zu diesem Schatz gehören. Jesus liebt ausdrücklich ALLE Menschen. Da dürfen auch wir keine Abstriche machen. Wertschätzung bedeutet, einander mitzunehmen und nicht am Rand liegen zu lassen. Die größte Wertschätzung empfangen wir im Heiligen Abendmahl, wo wir unendliche Gnade durch das Opfer Jesu hinnehmen können.

Umrahmt wurde der Jugendgottesdienst mit Wort- und Liedbeiträgen der „älteren“ Jugend. Diese ermunterten die sechs neuen Jugendlichen dazu, einfach in der Jugend mitzumachen und auch Wünsche zu äußern. Dabei wurden die „Alten“ ermahnt, ebenso hinter diesen Gedanken zu stehen. Auch Gedanken des Stammapostels wurden verlesen. Er ermutigt die Jugendlichen, sich aktiv einzubringen, denn nur so können sie die Kirche von morgen mitgestalten.

Nach dem Gottesdienst wurden die sechs Konfirmanden vom Kinderbeauftragten des Kirchenbezirkes Dresden, Frank-Holm Rögner, verabschiedet und sogleich vom Bezirksjugendverantwortlichen Thomas Hartwig begrüßt. Im Anschluss gab es für alle ausreichend Speisen und Getränke. Eine rundum sehr gelungene Begrüßung.

J.K./ Fotos: R.H.